Krippenspiel Reinsdorf 2004


1. Szene:
Die 1. Szene spielt im Schaufenster eines Kaufhauses, welches zwei Dekorateure für das Weihnachtsgeschäft einrichten. Die Spieler der Weihnachtsgeschichtenrollen stehen als Puppen da. Ein Dekorateur hängt Preisschilder an die Puppen und ordnet ihr Kleidung und summt dabei ein Weihnachtslied. Der Zweite kommt mit einer Werbetafel und gibt sie einer Figur in die Hand. Mit skeptischen Blick beobachtet er seinen geschäftigen Kollegen, bevor das Gespräch beginnt.

Paul: Also, wenn du mich fragst...
Karl: Mach ich aber nicht. (Er blickt nicht auf sondern arbeitet konzentriert weiter)
Paul: Sollst du aber, das ist schließlich unser gemeinsamer Job.
Karl: Hatte ich fast vergessen.
Paul: Wieso?
Karl: Weil du jetzt erst kommst. (Paul murrt vor sich hin) Was wäre mein Leben
ohne deine Freundlichkeiten. Aber vergiss nicht, wir haben Weihnachten.
Paul: Und was ist damit?
Karl: Da könntest selbst du etwas freundlicher zu mir sein.
Paul: Aber du weißt doch, dass ich ein ganz Netter bin. Wie oft haben wir diese Figuren schon aufgebaut?
Karl: Du sagst es mir sicher.
Paul: Genau sieben mal. Ich habe nachgerechnet. Seit sieben Jahren immer die gleichen Figuren.
Na, kommt dir da vielleicht ein Gedanke?
Karl: Willst du etwa die Osterhasenkollektion aufstellen? Wir haben nun mal Weihnachten.
Wir sind festgelegt, kalendarisch! Hast du vergessen, das wir in jedem Jahr die Umsätze steigern konnten. Und das ist keine schlechte Empfehlung.
Paul: Aber auch keine Herausforderung. Immer das ewig Gleiche.
Karl: Ich weiß nicht was du hast! Wie kommst du denn darauf?
Paul: Na sieh dir doch mal die Figuren an! Der Staub hat sich dick in die Gewänder eingefressen.
Denen kannst du aus Arbeitsschutzgründen dich nur noch mit einer Schutzmaske nähern.
Karl: Hast du nicht auch das Gefühl, ein klein wenig zu übertreiben?
Paul: Hier, diese Gesichter. Die Machart - lass mich raten - Ende der achtziger Jahre.
Kitsch aus Omas Zeiten. Mega out!
Karl: Das macht doch ihren Charme aus. Schau dir nur die Maria an.
Süß, nicht?
Paul: Süß? Die verhüllt doch mehr als sie zeigt. Ich nenne das hausbacken. Hier muss mehr Pep rein, viel mehr.
Karl: Zum Beispiel?
Paul: Zum Beispiel heiße Mädels in Weihnachtskostümen, ein paar nackte Girls eben.
Karl: Nackt?
Paul: Leg doch nicht alles auf die Goldwaage. Natürlich nicht ganz nackt. Vielleicht mit weihnachtlichen
Röckchen (zeigt seine Vorstellungen) und üppigen... na du weißt schon.
Karl: Warum nicht gleich Dessous...
Paul: Hast du gewusst, dass sich Zeitungen bis zu 30 % besser verkaufen, wenn auf dem Titelblatt ein
Mädchen den Käufer anlächelt?
Karl: Ich glaube, du kannst deinen Appetit zügeln und mich nicht alles selbst machen lassen.
Also, mach schon.
Paul: Hey, seit wann bist du so verklemmt?! Ich finde diese Weihnachtsdeko mehr als historisch.
Da kriegst du ja eine Staublunge schon beim Hinsehen. Und ehrlich, ich habe sowieso nie verstanden, was das Ganze mit Weihnachten zu tun hat. Bei uns zu Hause kam immer der Weihnachtsmann.
Karl: (wütend) Also damit das klar ist: Ich bin nicht der Chef! Mich musst du nicht überzeugen.
Aber in einer Stunde habe ich einen Termin. Ich werde ihm deine Ideen für eine zeitgemäßere Weihnachtsdekoration gleich mit vorschlagen...
Paul: Schön, dann sparen wir uns das jetzt hier. Machen wir die Fensterfront am Nordflügel.
Da sollen Nussknacker hin.
Karl: In kurzen Röckchen?
Paul: Sehr witzig!
(beide ab)

2. Szene:
Sobald die Schaufensterdekorateure die Szene verlassen haben, werden die Figuren lebendig. Sie lassen nacheinander, in der Reihenfolge ihres Auftrittes, die Preisschilder herunterfallen und treten aus dem Krippenbild heraus. Sie verwandeln sich in lebendige Menschen und stellen sich in einer Linie auf.

Josef: Ich bin Josef. Zimmermann. Ich habe auf verschiedenen Baustellen gearbeitet.
König Herodes hält sich für den größten Baumeister aller Zeiten.
Trotzdem gibt es nicht immer Arbeit. Maria soll meine Frau werden. Es ist schwer, in diesen
Zeiten eine Familie zu gründen.
Maria: Ich bin Maria. Ich wohne in Nazareth. Eines Tages erschien mir ein Engel. Als er mir sagte,
dass ich ein Kind des Höchsten bekommen sollte, geriet meine Welt aus den Fugen. Für Josef war es besonders schwer. Eigentlich hätte er mich verlassen können. Aber er hielt mir Treue.
Wirt: Ich bin der Wirt. Kein Wort steht von mir in der Bibel. Trotzdem gelte ich als hartherzig und geldgierig.
Das ist ungerecht. Als die beiden jungen Leute aus Nazareth an meine Tür klopften, habe ich sie nicht weggeschickt, obwohl das Haus voll war. Mal ehrlich, ein Stall ist doch immer noch besser als die Straße.
Amos: Wir sind Hirten. Wir schliefen, als sich der Himmel über uns öffnete
und die Nacht zum Tage wurde.
Jacob: Nie werden wir vergessen, wie die Engel Gottes uns mit ihrem Gesang.
Beine machten. So waren ausgerechnet wir die ersten an der Krippe.
Simon: Deshalb ist unsere Freude so groß. Gott übersieht die kleinen Leute nicht.
Gabriel: Ich bin der Erzengel Gabriel. Ein Bote nur, wie alle Engel. Wir Engel dienen dem Höchsten.
Darum bin ich auch nicht wichtig. Wichtig allein ist das Kind. Es war mein Auftrag,
seine Geburt bekannt zu machen.
Melchior: Wir sind die Weisen aus dem Morgenland.
Balthasar: Später hat man uns zu Königen gemacht. In Wirklichkeit sind wir Sterndeuter. Eines Tages sahen wir am Himmel das Zeichen. Es bedeutet die Geburt eines Königskindes im jüdischen Land.
Kaspar: Wir haben uns auf den Weg gemacht, diesem Kinde zu huldigen, unsere Verehrung zu zeigen.
Josef: Wir sind mehr als Dekorationsfiguren für das Weihnachtsgeschäft.
Maria: Wir sind mehr als nur ein paar Figuren in einer Krippe.
Wirt: Wir erzählen eine Geschichte.
Jacob: Von einfachen Menschen.
Simon: Ihren Nöten, Sorgen...
Amos: ... Zweifeln und Ängsten.
Gabriel: Und von einem Kind...
Balthasar: ... das für alle Menschen zum Heil geboren wurde,
Kaspar: ... dessen Geburtstag wir heute zusammen feiern,
Melchior: ... zur Erinnerung daran, dass Gott voller Liebe um uns wirbt.
(alle ab)

3. Szene:

Maria: Wo bleibt er denn? Er müsste doch längst zurück sein. Das Warten fällt mir immer schwerer.
Ich spüre es: Das Kind will kommen. Die Zeit wird knapp und wir wissen noch nicht einmal, wo wir die Nacht verbringen werden. Kein Wunder. In diesen Tagen sind wir nicht die einzigen, die ein Quartier brauchen. Alles was Beine hat, ist unterwegs. Josef wird es nicht leicht haben, ein Quartier zu finden, und das alles nur wegen dieser Volkszählung.
Josef: Maria??
Maria: Hier (Josef kommt) Hast du Erfolg gehabt? Wieder nicht? Ich sehe es dir an.
Josef: Ich habe es fast überall versucht. Wirklich aussichtslos. Die meisten schlafen schon.
Maria: Aber doch nicht alle.
Josef: Nicht alle. Aber viele Herbergen seien überfüllt und sie haben mich nicht eingelassen.
Maria: Josef, dahinten scheint noch Licht, und ich höre Stimmen.
Josef: Das ist das letzte Haus. Versuchen wir es.
(beide ab)

4. Szene:
Wirt und zwei Gäste sitzen am Tisch

Wirt: Die Steuern werden immer mehr. Von drei Schekeln, die ich verdiene, kassiert einen König
und einen der Kaiser.
1. Gast: Ja, ja - überall mußt du bezahlen. Jeder will Geld von dir. Die Steuereintreiber des Königs,
des Kaisers, die Zöllner vor den Toren der Stadt... Selbst der Rabbi sammelt wieder:
Ein neuer Leuchter stünde der Synagoge gut zu Gesicht.
2. Gast: Aber wenn ich den Preis für Teppiche, Öllampe oder Wolle erhöhe, dann ist das Geschrei groß. Halsabschneider! Blutsauger! Schreien sie auf dem Markt.
Wirt: Könntet ihr euch vorstellen, was passiert, wenn bei mir der Wein teurer würde?
2. Gast: Du hättest mehr Platz... und Ruhe!
(Wirt und Gäste lachen. Es klopft. Wirt ab.)
Wirt: Ja ich komme schon.
(Wirt, Maria und Josef auf)
Josef: Wir suchen ein Quartier. Nur für diese Nacht.
Wirt: Nein. Alles überfüllt. Tut mir wirklich leid.
Maria: Ach bitte, sehen sie doch, ich bin schwanger. Wollen sie uns auf der Straße lassen?
Mein Kind kommt bald.
Wirt: Wir haben wirklich nichts mehr frei in unserer Herberge.
... naja nur noch einen Stall, aber ich glaube ,dass ist nichts für sie.
Josef: Maria, ein Stall, das ist immer noch besser als die Straße.
Ja wir würden den Stall gerne nehmen. Ist es dort auch schön warm??
Wirt: Aber da ist es eng, und es stinkt, aber warm ist es da. Ich gebe euch aber auch noch ein paar Decken.
Maria: Ich danke ihnen, Gott möge mit ihnen seien.
(Wirt, Maria und Josef gehen ab)
(Wirt geht wieder auf)

Wirt: Das könnt ihr euch nicht vorstellen... Steht eine junge Frau draußen vor der Tür.
Und sie ist auch noch Hochschwanger! Und bittet um Quartier.
2. Gast: Wer weiß welchem römischen Legionär sie in die Hände gefallenist.
Wirt: Ihr Mann und sie wollen nun in meinem Stall übernachten. Habt ihr sowas schon einmal gehört? Im Stall!
Naja ich bin ja kein Unmensch und hab ihnen dieses Quartier angeboten.
1. Gast: Dir muss es ja gut gehen, wenn du Quartiersuchende abwimmeln kannst.
Wirt: Die Volkszählung hat ja auch ihr Gutes.
2. Gast: Mal Hand aufs Herz, was bringt dir der ganze Trubel ein?
Wirt: Was mir die Volkszählung bringt?... Ich sage es euch, sie bringt mir
Rückenschmerzen und schlaflose Nächte.
(lachend alle ab)

5. Szene:
Drei Hirten auf dem Felde. Amos im Altarraum, Simon und Jacob im Kirchenschiff

Amos: Diese Nacht ist kalt. Wo bleiben denn nur Simon und Jacob. Sie müssten doch bald wieder da sein.
Simon: Jacob, Jacob!
Jacob: Hier Simon!
Simon: Siehst du das Licht? Es wird immer heller. Komm lass uns schnell zu Amos laufen!
Amos: Jacob, Simon, da seid ihr ja endlich.
Jacob: Sieh mal. So ein Licht habe ich noch nie gesehen. Dabei ist es fast Mitternacht.
Simon: Der Himmel spielt verrückt.
Jacob: Aber nur für uns.
Amos: Du hast recht. Alles dunkel sonst. Nur über unseren Feldern...
Jacob: ... wird es immer heller. Unheimlich.
Amos: Das blendet!
Simon: Jacob, ich habe Angst. Da, was ist das?
Amos: Wo?
Simon: Im Licht, vor dir, nein, über dir... Amos, Jacob, seht nur.
(Engel kommt/kommen)
Gabriel: Fürchtet euch nicht. Siehe ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren ist, denn
euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
(Abgang des/der Engel)
Jacob: Hast du das gehört?
Simon: Der Heiland ist geboren.
Amos: Für uns!
Jacob: Wieso?
Simon: Hat doch der Engel gesagt. Euch ist heute der Heiland geboren!
Jacob: Aber wir sind doch bloß Hirten.
Amos: Was heißt hier bloß? hast du denn gar keinen Stolz?
Simon: Nun blas dich nicht so auf. Ein stolzer Hirte ist auch nur ein armer Hirte.
Uns gehört doch nicht ein einziges Schaf, die wir hüten.
Jacob: Was ist denn mit euch los? Habt ihr nicht gehört was der Engel gesagt hat. Machen wir uns auf, auf den Weg zu unserem Heiland.
Simon: Und wie heißt der Ort?
Amos: Bethlehem. Die Stadt Davids.
Simon: Na dann los. Ehrlich gesagt, haben die kleinen Leute den Heiland nötiger als die Großen.
Amos: Wir werden sehen. Was zögert ihr noch? Treibt die Tiere ins Gatter. Und dann auf nach Bethlehem!

6. Szene:
Drei Könige gehen in den Altarraum

Balthasar: Halt! Wir sollten eine Rast machen.
Melchior: Aber dieses Bethlehem muss vor uns liegen. Weit kann es nicht mehr sein.
Balthasar: Trotzdem, eine Rast wäre gut. Wir sollten miteinander reden.
Melchior: Warum? Ist doch alles klar.
Balthasar: Wirklich? Seit wir in Jerusalem waren, verstehe ich überhaupt nichts mehr. Klar erschien uns alles solange bis wir vor diesem König Herodes standen. Wir wussten, der Stern ist das Zeichen für ein neugeborenes Königskind und Königskinder werden bekanntlich in Königspalästen geboren.
Kaspar: Davon gingen wir aus.
Melchior: Aber es gibt Ausnahmen. Daran haben wir nicht gedacht.
Balthasar: Na schön, aber Bethlehem? Ein judäisches Dorf mit ein paar Lehmhütten, einer Handvoll Schafhirten und jede Menge Langeweile?
Kaspar: Mag sein. Doch unbekannt scheint dieses Dorf in diesem Land ja doch nicht zu sein.
König David soll hier geboren worden sein.
Balthasar: Das muss aber tausend Jahre her sein.
Kaspar: Es gibt aber eine Legende, das aus diesem Ort der Retter kommen soll.
Balthasar: Nichts als alte Geschichten. Je schlechter es den Menschen geht, um so größer ist ihre
Hoffnung auf so einen Messias.
Melchior: Der Stern ist aber keine Legende. Aber traut ihr Herodes? Also ich nicht!
Balthasar: Ich auch nicht! Hey schaut doch mal, was ist das?
Kaspar: Da, ein Hirte... Kannst du uns sagen, wie weit es bis Bethlehem ist?
Amos: Das Dorf liegt vor euch. Hinter dem Hügel seht ihr die ersten Häuser.
Eine halbe Stunde noch, mehr nicht. Was wollt ihr dort?
Kaspar: Wir suchen ein Kind, ein Neugeborenes.
Jacob: Davon gibt es viele.
Melchior: Wir suchen aber ein königliches Kind.
Simon: Da müsst ihr in Jerusalem fragen.
Balthasar: Von da kommen wir. Aber euer König wusste nichts von einer Geburt in seinem Palast.
In den alten Schriften allerdings, sagten uns die Ratgeber steht etwas von einem Ort
Namens Bethlehem.
Amos: Und wie kommt ihr auf das Kind?
Melchior: Der Stern zeigte uns den Weg bis hierher.
Jacob: Dann wünsche ich, dass ihr findet was Ihr sucht. Schalom!
Balthasar: Was heißt das?
Simon: Frieden.
Kaspar: Ein gutes Wort. Euch auch. Schalom.


7. Szene:
Maria und Josef im Stall. Erst kommen die Hirten und dann die Könige
Amos: Seht, ich glaube es nicht! Der Heiland! Und in einer Krippe!
Ich danke dir Herr! (fällt auf die Knie vor dem Kind)
Maria: Kommt her ihr Hirten und seht das der Herr uns den Heiland schenkt.
Simon: Wir haben nicht viel! Nur ein Fell und etwas Milch.
Josef: Ihr habt uns und dem Kind vieles von eurem Besitz gegeben. Dafür will ich danken.
Ihr schenkt dem Heiland mehr als jeder König ihm schenken kann.
Jacob: Ich danke dir Herr, das du unsere Gebete erhört hast!
(Sterndeuter kommen)
Melchior: Sieh Kaspar, die Hirten!
Balthasar: Wie es vorrausgesagt wurde, der Heiland in einem Stall.
Maria: Tretet ein meine Herren. Der Heiland ist für jeden da.
Kaspar: Wir haben ihm Geschenke mitgebracht.
Josef: Ich danke dem Herren, der uns allen den Heiland schickt.
(Gemeindelied und dann auf ein Zeichen gehen alle in ihre Position von der 1.Szene)

8. Szene:
Alle Figuren stellen sich wieder auf, wie am Anfang

Josef: Ich bin Josef. Ich dachte immer, als irdischer Vater bin ich für das göttliche Kind unbedeutend.
Ich spiele in dieser Geschichte nur eine Nebenrolle. Aber jetzt weiß ich, das vor Gott alle wichtig sind.
Maria: Ich bin Maria. Alles hat sich für mich mit diesem Kind verändert. Ich sehe und spüre Gottes
Barmherzigkeit. Nichts an mir ist besonders und doch habe ich in Gottes Augen Gnade gefunden.
Wirt: Ich bin der Wirt, namenlos in dieser Geschichte. Ich bin froh, dass ich der Frau und ihrem Mann
den Stall gegeben habe. Keine große Geste, ich weiß. Aber manchmal retten uns die kleinen Gesten.
Amos: Wir Hirten waren die ersten, die zum kind in der Krippe kamen und Gott lobten.
Jacob: Wir sind einfache Leute. Wir versuchen nicht Gott zu erklären.
Simon: Aber wir beugten uns vor seiner Krippe und priesen seine Güte.
Gabriel: Meine Aufgabe als Bote ist erledigt. Alle haben die Nachricht gehört, doch nur wenn sie euch ins Herz
dringt, bleibt ihr nicht länger Beobachter der Freude.
Balthasar: In einem Stall haben wir erkannt, dass alle unsere Weisheit zur Anbetung dieses Kindes führt.
Kaspar: Des göttlichen Kindes, das mehr ist als alle Menschenkinder.
Melchior: Durch dieses Kind haben wir verstanden, dass der Stern von Bethlehem der Stern der
Liebe Gottes ist. Allein durch diesen Stern entscheidet sich unser Schicksal.
Alle: Seither ist uns ein Licht aufgegangen, das alle anderen Lichter überstrahlt.

9. Szene:
Figuren erstarren. Die Dekorateure kommen nacheinander ins Schaufenster.

Karl: Irgendwas sieht hier komisch aus! Die Hirten, die Könige, Josef, Maria...
Paul: Hallo! Und?
Karl: Was und?
Paul: Hast du den Chef gesprochen? Weißt schon... (zeigt auf Figuren)
... wegen diesem ganzen Plunder hier.
Karl: Ja sicher doch... Ich weiß nicht, sieht das gut aus? Sieh doch auch mal.
Paul: Du, ich rede mit dir. (Scheibenwischer mit der Hand vor dem Gesicht des anderen) Ich sagte: Chef, Gespräch? Klingelt's da bei dir?
Karl: Du nervst. Also gut. Ich komme gerade von ihm.
Paul: Und, was hat er gesagt? Können wir die Staubfänger endlich entsorgen?
Karl: Du meinst deinen Vorschlag etwas Pep in die Dekoration zu bringen?
Naja ist ihm ziemlich nahe gegangen.
Paul: Ach? Ist er begeistert von meiner Idee?
Karl: Wenn du es so nennen willst. Ich würde eher sagen, er hat getobt. Und wie er getobt hat.
Weihnachten müsste nicht aufgepeppt werden. Es gäbe schließlich nichts besseres als die Weihnachtsgeschichte.
Paul: Naja hat er ja eigentlich Recht, war ja nur eine Schnapsidee.
Karl: Eigentlich finde ich es egal wie es aussieht, denn die Firguren sollen ihre Geschichte erzählen.
Die Geschichte das Gott uns seinen Sohn schenkte und es auch heute noch jeden Tag tut.
Paul: Schau mal, die Preise sind alle runtergefallen. Die liegen hier überall verstreut.
Karl: Da sollen sie auch liegen bleiben. Weihnachten lässt sich ohnehin nicht kaufen.

 
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