Friedensgottesdienst, 30.03.2003
 





Flyer (Liedertexte + Gebet) - (PDF)  


 
Anspiel: (PDF) Der Vater sitzt zeitungslesend am Tisch; die Mutter kommt herein und deckt den Tisch.)
Vater: So was! Da hauen die sich immer noch im Irak die Köppe ein. Nein, nein.
Und hier: Aufstand in Argentinien - ja haben die Leute denn keinen Anstand! (liest kopfschüttelnd weiter)
Und hör dir das an: Mann erstach 22 jährige Freundin. - Können die Menschen nicht friedlich zusammenleben?

Mutter: Ja bei Müllers nebenan hat's auch gekracht. Sie ist mit den Kindern ausgezogen!
Vater: (tastet nach der Kaffeetasse , will trinken, ist aber noch leer) Ist der Kaffee noch nicht fertig? Nun beeil Dich aber mal, ich muss gleich weg.
Mutter: Die Kaffeemaschine läuft noch. Einen Moment noch! - Ach ich muss um 10 zum Friseur, dann Mittagessen kochen und Sabine hat um 15.00 Uhr Termin beim Kieferorthopäden, außerdem muss ich noch einen Kuchen für den Basar des Hausfrauenverbandes backen!
Vater: Deine Sorgen möchte ich haben. Bei uns in der Firma greift die Rezession und jeder muss um seinen Arbeitsplatz fürchten. Es hat schon Entlassungen gegeben.

(Der Sohn kommt müde und wortlos herein und setzt sich an den Tisch.)
Vater: Kannst du nicht mal ordentlich "Guten Morgen" sagen? Was ist das für ein Benehmen?
Sohn: Lass mich doch in Ruh'! (schaut ins mitgebrachte Physikbuch) Mist Formeln! Das kapier ich eh nie!
Vater: Als ich so alt war wie du, habe ich Physik immer gerne gemacht.
Sohn: Und was hat es Dir genützt? Jetzt droht Dir die Entlassung! Da bringt Dir Physik auch nichts mehr. Warum muss ich mich dann damit rumquälen?
(Tochter kommt missmutig rein.)
Tochter: Morgen! (Trocknet sich mit Taschentuch Tränen ab.)
Mutter: Kind! Wie siehst Du denn aus. Ganz rotgeheulte Augen! Und alles nur wegen diesem Tim!
Vater: Der taugte doch sowieso nichts. Das habe ich von Anfang an gesagt. Dieser Nichtsnutz!
Tochter: Du kanntest ihn gar nicht richtig.
Mutter: Er war so gut erzogen und so höflich und lieb.
Sohn: (hämisch) Ja, ja - lieb ist er jetzt zu einer anderen, ne!
Tochter: (springt auf und läuft hinaus) Ihr versteht mich alle gar nicht!
Sohn: Dumme Heulsuse! Muss Liebe schön sein.
Vater: Konzentrier du dich lieber auf deine Physikarbeit! - Ist der Kaffee endlich fertig?
- Wenn wieder ein blauer Brief aus der Schule kommt, wird Klavierunterricht gestrichen. Dann ist es aus mit den Top Pianisten.

Sohn: Was anderes fällt Dir auch nicht ein. Du hast früher sicher nur gelernt! Mein Klavierlehrer hält mich für sehr talentiert. Du hast ja keine Ahnung von Musik.
Vater: (zum Sohn) Wie redest Du überhaupt mit mir? Gleich kriegst du ein paar hinter die Ohren!
Mutter: Nun streitet euch doch nicht schon wieder!
Sohn: Mein Lehrer versteht mich wenigstens. Ihr nicht! - Mir reicht's. Ich gehe! (steht auf und geht ab.)
Mutter: (weinerlich) Das hast du nun davon. Du hast kein Gefühl für die Kinder!
Vater: Jetzt fang du auch noch an! Ich hab wirklich genug Sorgen im Betrieb. Du solltest dich vielleicht mal mehr um die Kinder kümmern, statt Kuchen für den Hausfrauen-dings-da zu backen.
(sieht auf die Uhr) Ich muss gehen, mein Bus fährt gleich.
Dann muss ich wohl den Kaffee von Fräulein Schmitz im Büro trinken.
Schmeckt eh besser als deiner.
(geht)

(Die Mutter stellt die fertige Kaffeekanne auf den Tisch, wirft den Kopf auf den Tisch und heult.)

Vater: (geht zu einer Bushaltestelle, dort streiten sich einige Menschen, dann fragt er:
Müssen sich die Menschen immer streiten?




 
Andacht: (PDF)


Frieden ist nicht nur einfach die Abwesenheit von Krieg. Frieden meint umfassendes Glück, Wohlergehen des einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen, zu sich selbst, zueinander und zu Gott. Der Frieden mit
Gott hat grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen.


Der Frieden mit Gott ist nichts was wir uns selbst durch gute Werke, durch befolgen des Gesetzes oder durch den sonntäglichen Gang in den Gottesdienst verdienen können.
Er kommt von Gott selber, aus seiner Gnade zu uns. Durch die Sünde waren wir von Gott getrennt. Er hat seinen Sohn gesandt der für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist.
Wir müssen nur an ihn glauben, nicht mehr oder weniger.


Wie sieht Gottes Frieden nun aus? Er kommt nicht mit viel Lärm zu uns. Er fängt im Herzen an, in unsern Innersten zu wirken.
Was hat es aber für Auswirkungen wenn Gottes Friede mit uns ist? Es heißt nicht dass es uns von nun an supergut gehen wird – nein aber wir haben die Gewissheit das Gott uns durch die Höhen und Tiefen des Lebens trägt und das es Perspektiven gibt – auch über den Tod hinaus.


Wer keinen Frieden mit Gott hat muss woanders nach Erfüllung suchen. Das kann im Konsum sein, eine Sucht oder anderes. Aber er findet darin keine Erfüllung oder höchstens kurzfristig und nur oberflächlich. Tiefen, echten Frieden kann nur Gott schenken.


Der Frieden mit Gott hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen.
Denn wenn wir um Gottes Hilfe bitten beginnt der Frieden im Kleinen, wenn nicht schon fast im Verborgenen. Als oberstes Gebot steht in der Bibel: „Liebe deinen nächsten!“ Was bedeutet eigentlich Nächstenliebe?


Wir sollen den anderen als von Gott geliebten und gemachten Menschen akzeptieren und annehmen. Der andere ist nicht besser oder schlechter als ich, denn auch jeder hat seine eigenen Schwächen. Eine sehr einfache Grundregel steht in Mathäus 7,12: „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.“ Wenn wir diese Grundregel versuchen als unser Lebensmotto anzunehmen, können wir schon einen kleinen Grundstein für den Frieden unter uns und unter anderen Menschen legen.
Jeder einzelne von uns, auch wenn es nur ein paar wenige von der Gesamtheit der Erdbevölkerung sind, können ein Stückchen Frieden zwischen Menschen schaffen, in dem wir unseren Nächsten lieben.


Natürlich ist es keine einfache Aufgabe, aber mittels Gottes Hilfe, die dazu nötig ist, Frieden herzustellen können wir einen Anfang setzen. Gott wird uns helfen andere zu lieben und zu vergeben, wenn wir ihn darum bitten.

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